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Alt 15.05.2014, 13:21   #1   Druckbare Version zeigen
Biochemiestudent  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 7
Beitrag Lehrbuchwissen in wissenschaftliche Arbeiten

Hallo,

ich schreibe gerade an meiner Bachelorarbeit in Chemie. Nun soll ich einfache Dinge noch einmal in Schriftform erklären, z.B. was ein Eutektikum ist.

In aktueller Literatur zu meinem Thema taucht natürlich kein solches Lehrbuchwissen auf, deswegen wollte ich mal fragen, wie man das dann am besten "zitiert"? In meinem Fall habe ich im Lehrbuch "Physikalische Chemie" von Wedler/Freud nachgelesen, wie der Begriff Eutektikum dort erklärt wird und jetzt eine einseitige Erklärung inkl. selbst erstellter Grafik daraus zusammengeschustert.

Also die Frage ist: Lehrbuchwissen überhaupt zitieren oder ohne Referenz angeben, oder dazuschreiben "nachzulesen in...", oder am Anfang/Ende der Erklärung die Referenz einfügen? Und wenn die Referenz angegeben wird, dann als Fußnote oder in den Referenzen?

Viele Grüße
Biochemiestudent ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 15.05.2014, 15:59   #2   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 23.438
AW: Lehrbuchwissen in wissenschaftliche Arbeiten

Zitat:
Zitat von Biochemiestudent Beitrag anzeigen
Lehrbuchwissen überhaupt zitieren
so haben wir das früher gemacht. Ich hoffe, dass sich die guidelines diesbezüglich nicht geändert haben.
__________________
The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
De Moines Tribune, 6 February 1955
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.05.2014, 09:27   #3   Druckbare Version zeigen
Biochemiestudent  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 7
AW: Lehrbuchwissen in wissenschaftliche Arbeiten

Okay, und wo steht dann die Referenz? Unter Referenzen, als Fußnote oder im Fließtext?
Und woher weiß der Leser, dass sich die Referenz auf den ganzen Abschnitt bezieht und nicht nur auf einen Satz(-teil)?
Biochemiestudent ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 16.05.2014, 14:16   #4   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 23.438
AW: Lehrbuchwissen in wissenschaftliche Arbeiten

sorry, da habe ich mich mißverständlich ausgedrückt. Wir haben Lehrbuchwissen nicht zitiert.
__________________
The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
De Moines Tribune, 6 February 1955
chemiewolf ist offline   Mit Zitat antworten
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Alt 18.05.2014, 10:41   #5   Druckbare Version zeigen
Biochemiestudent  
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 7
AW: Lehrbuchwissen in wissenschaftliche Arbeiten

Ah okay, dann werde ich das wohl auch so handhaben, vielen Dank für die Info!
Biochemiestudent ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 18.05.2014, 15:30   #6   Druckbare Version zeigen
zarathustra  
Moderator
Beiträge: 11.725
AW: Lehrbuchwissen in wissenschaftliche Arbeiten

Es kommt immer darauf an, was die Leute lesen wollen, die Deine Arbeit korrigieren. Es ist doch kein Problem etwas in der Art zu schreiben, sofern es Dir um eine Definition geht:
"Ein Eutektikum ist nach Wedler und Freud (Jahreszahl) definiert als..."
oder
"Unter einem Eutektikum versteht man ... (Wedler und Freud, Jahreszahl)"

In beiden Fällen in den Literaturangaben die Auflage und die Seiten im Buch angeben!

Ich habe mal erlebt, dass im Methodenteil einer Doktorarbeit keine Literaturangaben zu Standardmethoden (PCR, SDS-PAGE und Western Blot) angegeben waren. Jedem war klar, dass diese Methoden seit Jahrzehnten bekannt sind. Dennoch hatte sich ein Gutachter tierisch darüber aufgeregt und meinte, der Doktorand hätte die Methoden ja nicht erfunden, müsse also auch Quellenangaben machen. Im Endeffekt hat sich der Gutachter durchgesetzt und es gab es eine schlechtere Note!

Da Du nie weißt, wie sich die Gutachter einer Arbeit anstellen, würde ich im Zweifelsfall mehr als weniger Literaturangaben machen. Bei Aussagen wie "Zellen sind von Membranen umschlossen" oder "Proteine bestehen aus Aminosäuren" kann man sich das natürlich sparen. Aber wenn meinetwegen die exakte Definition eines Eutektikums wichtig für Deiner Arbeit ist, würde ich das ruhig mit einer Quelle (Lehrbuch o.ä.) belegen.
__________________
Ich habe zwar auch keine Lösung, aber ich bewundere das Problem!
zarathustra ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 24.05.2014, 11:59   #7   Druckbare Version zeigen
FalconX Männlich
Mitglied
Beiträge: 2.992
AW: Lehrbuchwissen in wissenschaftliche Arbeiten

Zitat:
Zitat von zarathustra Beitrag anzeigen
Ich habe mal erlebt, dass im Methodenteil einer Doktorarbeit keine Literaturangaben zu Standardmethoden (PCR, SDS-PAGE und Western Blot) angegeben waren. Jedem war klar, dass diese Methoden seit Jahrzehnten bekannt sind. Dennoch hatte sich ein Gutachter tierisch darüber aufgeregt und meinte, der Doktorand hätte die Methoden ja nicht erfunden, müsse also auch Quellenangaben machen. Im Endeffekt hat sich der Gutachter durchgesetzt und es gab es eine schlechtere Note!
Ich finde es eher seltsam in eienr Doktorarbeit Standard Arbeitsmethoden zu erklären.
__________________
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https://www.youtube.com/watch?v=UKUmsc06TPU
FalconX ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.05.2014, 21:13   #8   Druckbare Version zeigen
zarathustra  
Moderator
Beiträge: 11.725
AW: Lehrbuchwissen in wissenschaftliche Arbeiten

Zitat:
Zitat von FalconX Beitrag anzeigen
Ich finde es eher seltsam in eienr Doktorarbeit Standard Arbeitsmethoden zu erklären.
Naja, wenn ein Gutachter es halt so will, wäre es ja unklug, es nicht zu machen.
__________________
Ich habe zwar auch keine Lösung, aber ich bewundere das Problem!
zarathustra ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.05.2014, 21:33   #9   Druckbare Version zeigen
FalconX Männlich
Mitglied
Beiträge: 2.992
AW: Lehrbuchwissen in wissenschaftliche Arbeiten

Zitat:
Zitat von zarathustra Beitrag anzeigen
Naja, wenn ein Gutachter es halt so will, wäre es ja unklug, es nicht zu machen.
Ja schon, ich finde es nur seltsam, dass das ein Gutachter überhaupt verlangt. Ich mein die Erklärung wie TOPF-MS funktioniert (Doktorarbeit einer Kollegin) hat irgendwie nichts in einer Dissertation verloren. Irgendwie scheinen da die (Bio)analytiker besonders drauf abzufahren (auch auf diese 40+ seitigen allgemeinen Einleitungen die mehr einem Lehrbuch gleichen als einer wissenschaftlichen Arbeit).
__________________
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Alt 25.05.2014, 21:48   #10   Druckbare Version zeigen
zarathustra  
Moderator
Beiträge: 11.725
AW: Lehrbuchwissen in wissenschaftliche Arbeiten

Zitat:
Zitat von FalconX Beitrag anzeigen
Ja schon, ich finde es nur seltsam, dass das ein Gutachter überhaupt verlangt. Ich mein die Erklärung wie TOPF-MS funktioniert (Doktorarbeit einer Kollegin) hat irgendwie nichts in einer Dissertation verloren. Irgendwie scheinen da die (Bio)analytiker besonders drauf abzufahren
Ich denke, es hängt stark davon ab, welchen Stellenwert die Methode (oder das Hintergrundwissen) für das Verständnis hat. Dazu würde ich zu Bedenken geben, dass je nach Prüfungsordnung mehrere Gutachter die Arbeit lesen und diese möglicherweise einen anderen Schwerpunkt haben. Insofern macht man es einem Gutachter natürlich leichter, eine Arbeit zu verstehen und gut zu finden, wenn man mehr erklärt. Wer es eh weiß, kann ja auch ein paar Absätze überfiegen...

Wenn es in einer Arbeit meinetwegen sehr wichtig ist, zu wissen, was genau ein Eutektikum ist, dann würde ich das sicherheitshalber erklären. Für eine Arbeit, die schwerpunktmäßig mit MALDI-TOF zu tun hat, würde ich die Methode auch erklären. Ebenso könnte eine Erklärung von 2D-Gelelektrophorese und MALDI-TOF wichtig sein, wenn man erklärt, warum man gerade sowas nicht verwendet hat, sondern eine viel bessere, neuere Proteomik eingesetzt hat.

Im von mir genannten Beispiel fand ich die Erklärung des Gutachters auch unsinnig, natürlich hatte der betreffende Doktorand die PCR nicht entwickelt und jedem war klar, dass es sich um eine Standard-Methode handelt. Nur sollte man immer im Kopf behalten, dass es solche Gutachter gibt und man sicherheitshalber ein bisschen zu viel als zu wenig zitiert.
__________________
Ich habe zwar auch keine Lösung, aber ich bewundere das Problem!
zarathustra ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 25.05.2014, 22:11   #11   Druckbare Version zeigen
FalconX Männlich
Mitglied
Beiträge: 2.992
AW: Lehrbuchwissen in wissenschaftliche Arbeiten

Zitat:
Zitat von zarathustra Beitrag anzeigen
Ich denke, es hängt stark davon ab, welchen Stellenwert die Methode (oder das Hintergrundwissen) für das Verständnis hat.
Das ist schon klar, aber dennoch bin ich der Meinung, dass Standard Techniken die seit ewigkeiten eingesetzt werden nicht erklärt werden müssen (und eigentlich auch nicht mehr zitiert, das sehen wohl viele nicht so und das ist wohl der Grund warum Lowry Proteinfärbung das meistzitierteste Paper ist). Warum man eine bestimmte Technik verwendet ist etwas anderes, das sollte man natürlich erklären und hier auch zitieren wenn es andere Arbeiten gibt.

Zitat:
Dazu würde ich zu Bedenken geben, dass je nach Prüfungsordnung mehrere Gutachter die Arbeit lesen und diese möglicherweise einen anderen Schwerpunkt haben. Insofern macht man es einem Gutachter natürlich leichter, eine Arbeit zu verstehen und gut zu finden, wenn man mehr erklärt. Wer es eh weiß, kann ja auch ein paar Absätze überfiegen...
Das sehe ich nicht als Grund ein Lehrbuch herzunehmen und den Inhalt so umzuschreiben, dass es kein Plagiat ist. Bei uns ist das dann einfach so, dass der Gutachter sich auf dem Gebiet eben nicht auskennt und nur das begutachtet bei dem er sich auskennt. Man kann ja auch nicht alles erklären in so einer Arbeit.

Ich z.B. mache eine Arbeit die 2/3 synthetisch und 1/3 analytisch ist. Als Gutachter werde ich einen Synthetiker und einen Analytiker haben. Würde ich alles so erklären, dass beide Gutachter alles verstehen, würde das wohl eine 800+ seitige Arbeit werden die alles mögliche im Gebiet der organischen/analytischen/theoretischen Chemie, Physik und physikalischer Chemie abdeckt, wobei 95% davon in Grundlagen Lehrbüchern zu finden ist. Wie weit will man das Spiel spielen? Oder sollte man gar bei 0 anfangen?


Zitat:
Wenn es in einer Arbeit meinetwegen sehr wichtig ist, zu wissen, was genau ein Eutektikum ist, dann würde ich das sicherheitshalber erklären. Für eine Arbeit, die schwerpunktmäßig mit MALDI-TOF zu tun hat, würde ich die Methode auch erklären. Ebenso könnte eine Erklärung von 2D-Gelelektrophorese und MALDI-TOF wichtig sein, wenn man erklärt, warum man gerade sowas nicht verwendet hat, sondern eine viel bessere, neuere Proteomik eingesetzt hat.
Klar, wie gesagt, das Kernthema genau zu behandeln ist in Ordnung, jede Arbeitstechnik zu erklären ist absoluter Blödsinn. NMR und Chromatographie ist für einen Synthetiker unabdingbar, doch muss man erklären wie NMR funktioniert? Oder Chromatographie? Oder Extrahieren im Scheidetrichter? Oder eine Michaeladdition weil sie irgendwo vorkommt?

Zitat:
Im von mir genannten Beispiel fand ich die Erklärung des Gutachters auch unsinnig, natürlich hatte der betreffende Doktorand die PCR nicht entwickelt und jedem war klar, dass es sich um eine Standard-Methode handelt. Nur sollte man immer im Kopf behalten, dass es solche Gutachter gibt und man sicherheitshalber ein bisschen zu viel als zu wenig zitiert.
Das stimmt schon, aber ich hab nur auch schon Doktorarbeiten gesehen bei denen 50% eigentlich nur Einleitung und Erklärung von Standardarbeitstechniken waren, dann gings es erst los mit dem eigentlichem Thema.
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Shiny Chemistry Videos:
https://www.youtube.com/watch?v=UKUmsc06TPU
FalconX ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 26.05.2014, 05:58   #12   Druckbare Version zeigen
chemiewolf Männlich
Mitglied
Beiträge: 23.438
AW: Lehrbuchwissen in wissenschaftliche Arbeiten

Zitat:
Zitat von FalconX Beitrag anzeigen
doch muss man erklären wie NMR funktioniert? Oder Chromatographie? Oder Extrahieren im Scheidetrichter?
nein, definitiv nicht. Bei neueren Methoden sollte man einfach mal schauen, was die Vorgänger im Umfeld gemacht haben und wie das angenommen bzw. kritisiert wurde.
Gutachter, die trotz überzeugender Ergebnisse wegen solchen Dingen eine Abwertung der Arbeit verlangen, sollten man meiden... .
__________________
The State Senate of Illinois yesterday abandoned its Committee on Efficiency and Economy for reasons of 'efficiency and economy'.
De Moines Tribune, 6 February 1955

Geändert von chemiewolf (26.05.2014 um 06:03 Uhr)
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