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Alt 07.08.2013, 11:30   #1   Druckbare Version zeigen
TobiasD Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 9
Fragen zur Expansion, Licht, etc.

Hey, habe ein paar Fragen die sich als neugieriger Laie bei mir auftun, waehrend man zuviel Lesch-Serien geguckt hat:

In einer dieser erwaehnten Serien sagte man, dass der Himmel Nachts Taghell sein muesste, wenn das Universum unendlich groß ist.

1. Aber wer sagt denn, dass Licht nach 14 Milliarden Jahren durch den Raum sich nicht verändert? Wird schwächer? Oder verteilt sich so, dass nichtsmehr uebrig bleibt um es einzufangen?

2. Wenn ich mit bloßen Augen in den Himmel sehe, sehe ich auch nur die hellen/nahen Sterne und keine anderen. Wenn das Universum unendlich groß ist, muss man vielleicht noch bessere Teleskope bauen um noch weiter als 14 Milliarden Jahre rein zu gucken, oder vergesse ich da was?

3. Desweiteren gilt oder galt die Expansion des Universums durch die Entdeckung der Rotverschiebung als bewiesen. Aber das kann doch auch einfach nur die Gravitation eines noch größeren Objekts sein oder? Und um so naeher man an diesem Objekt ist, um so schneller bewegt man sich, was relativ gesehen dann diese Rotverschiebung gibt.

Ich glaub das wars fuers erste mit meinen Fragen
TobiasD ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.08.2013, 11:44   #2   Druckbare Version zeigen
Nick F. Männlich
Mitglied
Beiträge: 21.618
AW: Fragen zur Expansion, Licht, etc.

Zitat:
Zitat von TobiasD Beitrag anzeigen
Hey, habe ein paar Fragen die sich als neugieriger Laie bei mir auftun, waehrend man zuviel Lesch-Serien geguckt hat:

In einer dieser erwaehnten Serien sagte man, dass der Himmel Nachts Taghell sein muesste, wenn das Universum unendlich groß ist.
was hat ihn denn da geritten?

Zitat:
Zitat von TobiasD Beitrag anzeigen
1. Aber wer sagt denn, dass Licht nach 14 Milliarden Jahren durch den Raum sich nicht verändert?
das passiert. der raum ist nicht leer und das licht trifft auf teilchen, wird gestreut, absorbiert, usw

Zitat:
Zitat von TobiasD Beitrag anzeigen
Wird schwächer?
kommt darauf an, was du als "schwächer" bezeichnest und was du genau betrachten möchtest.

Zitat:
Zitat von TobiasD Beitrag anzeigen
Oder verteilt sich so, dass nichtsmehr uebrig bleibt um es einzufangen?
die idee ist, dass man, wenn das universum unendlich groß ist, auch unendlich viel licht hat und somit die dichte nicht so stark abnehmen kann. aber das ist eine milchmädchenrechnung.

Zitat:
Zitat von TobiasD Beitrag anzeigen
2. Wenn ich mit bloßen Augen in den Himmel sehe, sehe ich auch nur die hellen/nahen Sterne und keine anderen.
das ist eine andere frage. sterne sind nahezu punktquellen. sie strahlen eine gewisse menge energie in einem "moment" aus und die kugeloberfläche auf der die energie ist, wird immer größer, je weiter du vom stern entfernt bist. also hast du auch weniger energie, die von diesem stern in dein teleskop fällt. irgendwann reicht es nicht mehr aus, um gesehen zu werden.

lesch spricht hier vom "hintergrund" (hoffe ich). du hast licht, das von anfang an gleichmäßig verteilt war und das ist es heute noch (nahezu).

Zitat:
Zitat von TobiasD Beitrag anzeigen
Wenn das Universum unendlich groß ist, muss man vielleicht noch bessere Teleskope bauen um noch weiter als 14 Milliarden Jahre rein zu gucken, oder vergesse ich da was?
das geht nicht. das universum war damals opak, also eine art milchige suppe. da kannst du nicht durchschauen. und somit auch nicht weiter in die vergangenheit zurück

Zitat:
Zitat von TobiasD Beitrag anzeigen
3. Desweiteren gilt oder galt die Expansion des Universums durch die Entdeckung der Rotverschiebung als bewiesen.
ja

Zitat:
Zitat von TobiasD Beitrag anzeigen
Aber das kann doch auch einfach nur die Gravitation eines noch größeren Objekts sein oder? Und um so naeher man an diesem Objekt ist, um so schneller bewegt man sich, was relativ gesehen dann diese Rotverschiebung gibt.
und was für ein obek soll das sein, dass sich homogen in alle richtungen und alle längenskalen ausdehnt?

Nick
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When I was your age, Pluto still was a planet.
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Nick F. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.08.2013, 11:57   #3   Druckbare Version zeigen
Fulvenus Männlich
Mitglied
Beiträge: 22.921
AW: Fragen zur Expansion, Licht, etc.

Bei der Rotverschiebung gibt es tatsächlich verschiedene Ursachen,zu denen auch gravitatorische Einflüsse zählen:http://de.wikipedia.org/wiki/Rotverschiebung#Gravitative_Rotverschiebung .Dies würde aber nicht die beobachtete "allgemeine" Rotverschiebung allein erklären.

Fulvenus!
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Alt 07.08.2013, 12:36   #4   Druckbare Version zeigen
TobiasD Männlich
Mitglied
Themenersteller
Beiträge: 9
AW: Fragen zur Expansion, Licht, etc.

Zitat:
Zitat von Nick F. Beitrag anzeigen
das geht nicht. das universum war damals opak, also eine art milchige suppe. da kannst du nicht durchschauen. und somit auch nicht weiter in die vergangenheit zurück
Nick
Kann man diese milchige Suppe denn sehen? Wenn nicht, ist das ja auch nur wieder etwas was man aus der Expansion schließt. Wenns aber keine gibt? Vllt. ist diese milchige Suppe auch der Rand des sich nicht(mehr?) ausdehnenden Universums, welche Gravitationskräfte hat und die Galaxien an sich zieht, was dann auch die naechste Antwort von dir beantworten wuerde. Und wenn ich mir den "Rand des Universums" vorstelle, denke ich einfach an einen Bereich bei dem die Zeit aufhört. Sowas aehnliches wie ein schwarzes Loch, nur ohne Materie. Als würde es immer Unschärfer werden, milchig halt

Vielleicht such ich die Folge mal raus, kann es ja auch falsch verstanden haben. (Oder es war ein Zitat)

(Ich weiß das mir viele der Sachen vielleicht klarer sein würden, wenn ich in die Studienrichtung gehen würde, aber momentan brennts mir, meine Gedanken zu äußern und zu hören was andere darüber denken.)

Edit: Das Video von Lesch wo er das erzaehlt. Bei 10 Minuten ca.
http://www.youtube.com/watch?v=PslLbbDSTr8

Geändert von TobiasD (07.08.2013 um 12:48 Uhr) Grund: Video
TobiasD ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 07.08.2013, 13:01   #5   Druckbare Version zeigen
Nick F. Männlich
Mitglied
Beiträge: 21.618
AW: Fragen zur Expansion, Licht, etc.

Zitat:
Zitat von TobiasD Beitrag anzeigen
Kann man diese milchige Suppe denn sehen?
ja. die nennt sich kosmische hintergrundstrahlung.

Nick
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Nick F. ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 08.12.2014, 23:48   #6   Druckbare Version zeigen
DasMilC Männlich
Mitglied
Beiträge: 54
AW: Fragen zur Expansion, Licht, etc.

Zitat:
Zitat von TobiasD Beitrag anzeigen
1. Aber wer sagt denn, dass Licht nach 14 Milliarden Jahren durch den Raum sich nicht verändert? Wird schwächer? Oder verteilt sich so, dass nichtsmehr uebrig bleibt um es einzufangen?
Photonen zeigen zwar Wechselwirkungen und werden durch Teilchen gestreut, jedoch muss man sich im klaren sein, dass Photonen Welle-Teilchen-Dualismus aufweisen, sprich sich die einzelen Photonen im Raum ausbreiten, keine HWZ haben und konstant von der Lichtquelle ausgesendet werden. So kann es sein, dass beispielsweise einige millionen Photonen verstreut werden, jedoch mehrere billionen dieser Photonen ungehindert an vielen hindernissen vorbeikommen.
Sieh es so, wie die durchschnittliche Radioaktive Strahlung:
Alpha-Strahlung besteht aus dicken Heliumkernen, die schnell mal mit anderen Teilchen kollidieren können.
Beta-Strahlung kann in dem Fall vereinfacht als emission von Elektronen gesehen werden, die wesentlich kleiner als die Heliumkerne sind und dadurch nicht so schnell Kollidieren (jedoch starke elektromagnetische Wechselwirkung zeigt)
Bei Licht kann man sich es so vorstellen, dass das Photon weitaus kleiner ist, als das Elektron und keine elektromagnetische WW zeigt (Photonen sind die Vermittler der EM-WW) dadurch wird es noch ein ganzes stück schwieriger vom Weg abgebracht, als das Elektron, da das Elektron von Positiven Ladungsdichten angezogen wird, jedoch das Photon (vereinfacht) nur durch die Gravitation und Kollision abgelenkt wird. Da Photonen keine HWZ besitzen, sprich nicht zerfallen, können sie unendlich weit reisen, bis sie ihre Energie an ein Teilchen (vorzugsweise Elektron) abgeben. Deshalb die Theorie, dass, wenn das Universum unendlich groß wäre, und unendlich lange existieren wurde, dass der Nachthimmel leuchten wurde.
Im Vakuum sind ja bekanntlich nicht ganz so viele Teilchen, die das Photon absorbieren könnten.

Zitat:
Zitat von TobiasD Beitrag anzeigen
Kann man diese milchige Suppe denn sehen?
Diese Milchige Suppe, wie es der gute Harald nannte, ist die Kosmische Hintergrundstrahlung, also die Energie, die noch vom Big Bang übrig ist. Wird auch 3-Kelvin-Strahlung genannt, da sie im Durchschnitt (sie ist relativ gleichmäßig verteilt auf Kosmischen maßstäben) ca. 3 Kelvin warm ist.

Zitat:
Zitat von TobiasD Beitrag anzeigen
Vllt. ist diese milchige Suppe auch der Rand des sich nicht(mehr?) ausdehnenden Universums
Du musst es dir so vorstellen: Der Big Bang fand nicht einfach irgendwo im Universum statt, sondern er fand Überall statt. Somit kann die Kosmische Hintergrundstrahlung auch kein "Rand" sein, sondern viel mehr die sichtbaren Überreste des Big Bang, die überall sind. Die Hintergrundstrahlung wird von jedem Punkt im Universum gleich gesehen.
Natürlich stellt sich noch die Frage, was sieht ein beobachter, der von der Nähe des "Randes" des Universums beobachtet, aber da können doch sicher noch ein paar schlaue Köpfe im Forum nähernde Antworten leisten
DasMilC ist offline   Mit Zitat antworten
Alt 09.12.2014, 08:05   #7   Druckbare Version zeigen
Muzmuz  
Mitglied
Beiträge: 5.976
AW: Fragen zur Expansion, Licht, etc.

Zitat:
Zitat von DasMilC Beitrag anzeigen
Deshalb die Theorie, dass, wenn das Universum unendlich groß wäre, und unendlich lange existieren wurde, dass der Nachthimmel leuchten wurde.
Dieser Ansatz belegt, warum das Universum nicht sowohl statisch, unendlich groß und auch in kosmischem Maßstab homogen sein kann. Es sagt an sich nichts über die Größe alleine und auch nichts über das Alter alleine aus.

Der Hintergrund für diese Aussage ist die mathematische Beziehung zwischen Oberfläche und Volumen. Je größer das Volumen, desto größer die Oberfläche. Bei einem unendlich großen statischen Universum mit endlich großer Sternendichte müsste, von jedem Punkt aus gesehen, in jeder Richtung irgendwo (sprich: in irgendeiner Entfernung) ein Stern sein der leuchtet. Das heißt, egal wo man hinschaut, der Blick müsste auf eine Sternenoberfläche fallen. Mit dem Resultat, dass es auch in der Nacht hell sein müsste.

Mit der beobachteten Dunkelheit in der Nacht ist also die Abwesenheit von mindestens einer der Voraussetzungen (statisch, unendlich groß, homogen) erwiesen.

lg,
Muzmuz
Muzmuz ist offline   Mit Zitat antworten
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